LAG-Workshop »Keine Angst vor Lernfeld 8: XML crossmedial«

Crossmedial ging’s im Berufskolleg Kartäuserwall her, cross-kulturell hingegen dann nach getaner Arbeit in der Südstadt.
Köln – da denkt jeder sofort an Kölsch, Alaaf und – natürlich – XML!
Doch der Reihe nach:
InDesign-Profi und Automations-Guru Gregor Fellenz dürfte dem einen oder anderen InDesigner bekannt gewesen sein. Die große Frage, die uns diese zwei Tage beschäftigte war, wie man Daten in InDesign strukturiert hineinbekommt – und manchmal auch wieder heraus. Das Szenario »Visitenkarten über die Datenzusammenführung« ist zwar beliebt, aber praxisfern. Es geht komplexer, auch wenn die Grenzen von InDesign hier deutlich werden sollten.
Lehrer lieben die Struktur, Informatiker hingegen lieben strukturierte Daten. Diese Begriffe wollten zunächst geklärt werden. Datenbanken wurden von CSV (total 70er!), JSON (»Das kommt irgendwann auf Sie zu!«) und vor allem Markup (XML!) abgegrenzt und es wurde geklärt, was für welchen Zweck sinnvoll ist. Datenbankenanbindungen ergeben nur Sinn, wenn bereits eine Datenbank vorgehalten wird. Der Austausch ist dann besonders kniffelig, denn für eine Aktualisierung der Daten muss stets die Verknüpfung erhalten bleiben. Für längere Texte hingegen eignet sich XML gut, da nur innerhalb von XML Inline-Formatierungen möglich sind. Ran an die Tastatur: Der Praxisteil sah sowohl den Austausch von Daten mittels einer Datenbank vor als auch den Import einer XML-Datei in InDesign. Dreh- und Angelpunkt war in beiden Fällen das CMS WordPress. Nebenbei gab’s erleuchtendes zum Thema Unicode (warum bloß will InDesign UTF-16?), XML, DTD (Oh nein, auch noch Grammatik!) und XSLT.
InDesign zeigt sich denkbar ungeeignet für die Arbeit mit XML (Stichwort: Whitespace-Problem), in der Praxis wird es kaum für diese Zwecke benutzt. Aber mit dem hier dargestellten Workflow wird exemplarisch deutlich, worauf es ankommt: Schüler_innen sollen das Grundprinzip der Datenhaltung und des Workflows verstehen.
Ein Fazit – mit den Worten des Referenten selbst: »Viele Menschen, die das was wir heute machen, studiert haben, könnten auch nicht in Worte fassen, was wir hier gemacht haben.«
Bis zum nächsten Mal in Köln! Dann erstellen wir datenbankgestützt Quetschekarten. Was das ist?
Keine Angst vor Quetschekarten!
Bericht: Philip Petschat [Medienschule Hamburg]
Fotos: Ronald Behrens [Medienschule Hamburg]
Organisation: Katrin Ladwig [Bildungsgangsprecherin »Mediengestalter_in Digital und Print« · Berufskolleg Kartäuserwall · Köln]