Elfi Scho-Antwerpes im Berufskolleg Kartäuserwall

Was führte junge Frauen dazu, einen naturwissenschaflichen Beruf zu ergreifen? Wie gut wurden sie im Vorfeld ihrer Entscheidung beraten? Wie, wann und durch wen wurden sie in ihrer Neigung motviert und wie gut sind sie für ihre naturwissenschafliche Ausbildung vorbereitet?

Solche und ähnliche Fragen stellte Elf Scho-Antwerpes (MdB), als sie am Dienstagmorgen des 11. Juli am Berufskolleg Kartäuserwall eine Gruppe von Auszubildenden besuchte:
Biologielaborantnnen, Chemikantnnen, biologisch-technischen Assistentnnen und chemisch-technischen Assistentnnen.

Frau Scho-Antwerpes gab den Frauen ein Forum zu einem sehr ofenen Austausch über ihre vielfältigen Erfahrungen und Werdegänge.
Julia K. erzählte von ihrer Bio-Lehrerin, die sie erst gegen Ende ihrer Realschulzeit zu einer naturwissenschaflichen Ausbildung ermutigte.
Corinna W. interessiert sich bereits seit der 7. Klasse für das Fach Chemie. Ihre Bewerbungen um Ausbildungsstellen zur Chemielaborantn wurden abgelehnt – sie erhielt jedoch eine Zusage für die Ausbildung zur chemisch-technischen Assistentin am Berufskolleg Kartäuserwall.
Auf einen interessanten, jedoch nicht einfachen Weg blickt Michelle E. zurück: In der Eifel besuchte sie eine Hauptschule, an der das Fach Chemie komplett ausfel, auch der Physikunterricht fand nicht regelmäßig statt. Nachdem sie am BK Kartäuserwall die Berufsfachschule mit naturwissenschaflichem Schwerpunkt besuchte und dort ihre FOR mit Qualifkaton erwarb, wurde sie in die Ausbildung zur chemisch-technischen Assistenten aufgenommen.

Aus den Aussagen der Berufsschülerinnen geht jedoch auch hervor, dass sie sich als Frauen nicht selbstverständlich in die naturwissenschafliche Branche integriert fühlen.

So äußerte Dilan Y. die Befürchtung, gegenüber männlichen Bewerbern zurückstecken zu müssen.
Viktoria S. berichtete, dass in ihrer Firma nur ein sehr geringer Anteil an weiblichen Auszubildenden eingestellt wird.
Michelle E. erinnerte sich daran, wie ihr in den Beratungen der Arbeitsagentur die typischen Frauenberufen nahe gelegt wurden.

Mit diesen facettenreichen Einblicken in die Situaton der jungen Frauen zeigte sich, wie wichtig die Unterstützung der Ausbildung in „MINT“-Berufen ist. Daher setzt sich Frau Scho-Antwerpes dafür ein, dass die Förderung naturwissenschaflicher Interessen grundsätzlich im frühen Kindesalter durch ein breit gefächertes Angebot an alle Kinder (unabhängig von Geschlecht und familiärem Hintergrund) erfolgt. Der naturwissenschafliche Unterricht in den allgemeinbildenden Schulen sollte so gefördert werden, dass er kontinuierlich stattfinden kann. Beratungsangebote zur Berufswahl müssen effektiv und auf die Interessen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen abgestimmt sein.

So unterstützt finden hoffentlich noch weitere naturwissenschaflich-technisch interessierte und motvierte junge Frauen den Weg in die MINT-Ausbildungsberufe. Denn gebraucht werden sie – in der Industrie genauso wie bei mittelständischen Unternehmen und Dienstleistern und nicht zuletzt in der Forschung!

(Bilder: Sophie Potyka
Text: Stephanie Huppa)